Der Yes Club Bergtheim e.V. präsentiert:

So urteilt die Main Post über das Stück:

DIE JUDENBANK
Eine Bank nur für Juden in einem fränkischen Nazi-Dorf
Das Würzburger theater ensemble bietet eine nachdenklich machende und gleichzeitig
unterhaltsame Geschichtsstunde.
Ein guter Mensch ist, wer sich an Gebote und Verbote auf Schildern hält. Aber was nun, wenn
auf einem Schild „Mord und Totschlag erlaubt„ steht? Derartige Gedanken macht sich der alte
Dominikus Schmeinta, anno 1937 Bürger des Dörfchens Ottersdorf, im Stück „Die
Judenbank„.
Theaterchef Norbert Bertheau hat den Monolog inszeniert und mit Herbert Hausmann, der in
der Rolle des alten „Reichsfahrdienstbeobachters„ Schmeinta glänzt, ins Fränkische
übertragen.
Es ist das zweite große Einpersonenstück des Theaters in dieser Spielzeit - und gleichzeitig
eines, das angesichts der aktuellen Ereignisse trotz vieler amüsanter Momente einen bitteren
Beigeschmack hat.
Denn es ist ein Schild an „seiner Bank„, das Dominikus zu schaffen macht: „Nur für Juden„.
Eines Tages steht es da, wo der Alte sonst sitzt, um Züge und Fahrgäste zu zählen. Bloss, dass
in ganz Ottersdorf kein Jude mehr lebt. Dort regiert Schmeintas Neffe, der leidenschaftliche
Nazi Roman, als „Bürgermeisterführer„. Er ist es auch, den der Alte als ersten bittet, das
Schild zu entfernen. In 27 Szenen wird die Geschichte in fränkischer Mundart erzählt, dabei
schlüpft der 66-jährige Hausmann in die unterschiedlichsten Rollen: Von der Bäuerin über
den halbwüchsigen Jungen bis hin zum Obersturmführer interagiert er immer wieder mit sich
selbst.
Im kargen Bühnenbild, das einzig und allein die Bank als Dreh- und Angelpunkt zeigt,
entsteht so das erstaunlich lebendige Porträt einer Dorfgemeinschaft zu einer Zeit, in der der
„Kampf gegen die jüdische Weltverschwörung„ über allem steht. Aber was ist ein Jude
überhaupt?, fragt sich Dominikus. „Was, wenn so ein Arier seit 1000 Jahren in China leben
tät' - wär' er dann noch ein Arier oder schon ein Chinese?„ Dem Alten will die Logik nicht so
recht klar werden, eines aber will er in jedem Fall: die Bank zurück. Also beschließt er, selbst
Jude zu werden.
Hausmann spielt die Dorfbewohner mit großer Intensität und macht die „Judenbank„ in
Zeiten von Pegida und Co. zu einem erschreckenden und dabei doch unterhaltsamen Stück
Geschichtsstunde.

 

Ein kurzes Video finden Sie unter folgendem Link: http://youtu.be/zp3HY6Gktas

und hier finden Sie die Website zum Stück http://theater-ensemble.net/performance/die-judenbank/