Im Jahr 2002 brachten wir das Stück „Würzburg 1399“ erstmals auf die Bühne. Das von Mitgliedern unseres Vereins selbst verfasste historische Schauspiel erzählt auf dramaturgische Weise die politische Entwicklung im ausgehenden vierzehnten Jahrhundert, die zur Katastrophe der Schlacht von Bergtheim am 11. Januar 1400 geführt hat. Das Stück schildert – untermalt durch eigens komponierte musikalische Einspielungen – den Drang der Würzburger Bürger nach Reichsfreiheit und Unabhängigkeit. Die Bürger, Bauern und Handwerker wollten sich lösen von der klerikalen, kriegerischen Machtausübung und Unterdrückung durch den damaligen Fürstbischof Gerhard von Schwarzburg.


Zum 35jährigen Bestehen des YesClubs haben wir uns entschlossen, das Stück in überarbeiteter Form noch einmal auf die Bühne zu bringen.

Die Rollen und ihre Darsteller

Harlekin und Rattenfänger                                                          Peter Steigleder

Bischof Gerhard von Schwarzburg                                                  Norbert Bauer

Ratsherr Jakob vom Löwen                                              Josef Störmann-Belting

Aleit vom Löwen                                                                            Karoline Göbel

Jung Michael vom Löwen                                                                   Marco Liebe

Die Rote Kuna, Winkelhure                                                              Edith Rösner

Weinhändler Fritz Schad                                                                 Hans Schuller

Büttnermeister Konz Melber                                                       Hermann Ziegler

Schultheiß Seifried Fischlein                                                            Peter Wagner

Domprobst Hans Egloffstein                                                            Werner Rinke

Metzler Seitz Merre                                                                        Gerald Horling

Metzler Wenzel Heinlein                                                         Peter Zimmermann

Ketzer Hans von Sommeringen                                                    Michael Schmitt

Amenne von Dietenhofen,

Schwägerin des Jakob vom Löwen                                             Gudrun Peschke

Dominikanermönche                                                                    Eugen Drescher

                                                                                                           Ralf Rösner

Wirt                                                                                                Michael Lauter

Leni, Schankhelferin                                                                      Elena Friedrich

Grete, Tochter der Roten Kuna                                                           Rica Rösner

Marktfrauen                                                                                       Lydia Bauer

                                                                                               Gisela Engelstätter

                                                                                               Ulrike Zimmermann

Wache des Bischofs                                                                      Matthias Keller

                                                                                                 Kevin Fleischmann

Bergtheimerinnen                                                                          Karin Hofmann

                                                                                                        Heike Rösner

Bergtheimer                                                                                       Josef Göbel

                                                                                                            Kai Rösner

Henker                                                                                                Ralf Rösner

Weiterhin wirken mit:

Gabriele Küffner, Sina Peschke, Moritz Kreisel, Roland Volk

Kinder:

Carolin Steigleder, Celine Wanderer, Laura-Denise Horling, Anne und Emil Klebes, Jana, Timo, Naemi, Joel und Nele Nolte

Die Macher

Textbuch: Roland Volk, Gerald Horling

Musiktexte: Norbert Kohl

Musik-Kompositionen: Waltraud und Michael Kullmann, Norbert Kohl

Band „1399“: Norbert Kohl, Waltraud und Michael Kullmann, Wolfgang Volk, Ulrike Zimmermann

Kostüme: Edith Rösner, Lydia Bauer

Bühnenbild: Thomas Weingart, Hermann Oberhofer, Tilmar Hornung

Maske: Simone und Eva Weber

Requisiten: Herbert Wachholz, Toni Guerino

Licht und Technik: Winfried Kamm, Joachim Kaufmann, Fa. MEGAphon GmbH, Zellingen

Regiebuch: Gerald Horling

Regie: Norbert Bertheau, Gerald Horling

Werbedesign: Anna Kamm, Günther Gumpert

Graphik Harlekin: Hermann Oberhofer

Interview mit Norbert Bertheau

Norbert Bertheau (links) gibt Regieanweisungen für Peter Steigleder (Harlekin) und für die „Metzler“ Gerald Horling und Peter Zimmermann (rechts)

BERGTHEIM (iko) Der Yes-Club in Bergtheim bringt am 26., 28. und 29. Dezember 2012 erneut das Schauspiel „Würzburg 1399“ auf die Bühne der Mehrzweckhalle. Genau zehn Jahre ist es her, seitdem der Verein das heimatgeschichtliche Werk zum ersten Mal aufgeführt hat. Dieses Jubiläum sowie das 35-jährige Bestehen des Vereins waren Grund für die Wiederbelebung des Stücks.

In elf Szenen mit Spiel, Musik und Liedern wird auf dramaturgische Weise der Drang der Würzburger Bürger nach Reichsfreiheit und Unabhängigkeit geschildert. Der Kampf zwischen Bürgern, Bauern und Handwerkern und dem damaligen Fürstbischof Gerhard von Schwarzburg und dessen Truppen endet blutig in einer Schlacht bei Bergtheim am 11. Januar 1400, bei der 1200 Menschen starben und in dessen Folge der Bischof als Sieger ein furchtbares Strafgericht verhängte.

Regisseur des Stücks ist Norbert Bertheau. Der 76-Jährige hat seine Leidenschaft für das Theater zum Beruf gemacht. Vor 20 Jahren gründete er in der Frankfurter Straße in Würzburg das „Theater Ensemble Würzburg“. Dort ist er in einer Person Prinzipal, Regisseur, Schauspieler, Bühnen- und Kulissenbauer und allerlei mehr.

Im Sommer bespielt er mit seinem Ensemble zusätzlich die Bühne im Efeuhof des Würzburger Rathauses und die Bühne im Grünen beim Theater Ensemble. In Bergtheim inszenierte er „Würzburg 1399“; „Grumbach und sein Meurer“; „Don Camillo und Peppone“ und „Pension Schöller“. Bei den jetzigen Proben in Bergtheim haben wir Norbert Bertheau interviewt.

Frage: Herr Bertheau, was hat Sie veranlasst, in Bergtheim zu arbeiten?

Bertheau: Vor genau 10 Jahren besuchte Gerald Horling eine Aufführung in meinem Theater Ensemble. Er war sehr beeindruckt von meiner Inszenierung und der Arbeit mit den Schauspielern. Nach der Vorstellung sprach er mich an und fragte mich, ob ich ihm bei dem Theaterprojekt „Würzburg 1399“ des Bergtheimer Yes-Club helfen und die Darsteller coachen wolle. So kam es zu einer jahrelangen fruchtbaren Zusammenarbeit bis zur diesjährigen Inszenierung der überarbeiteten Wiederaufnahme „Würzburg 1399“.

Frage: Was hat Sie und den Yes-Club veranlasst, dieses historische Stück noch mal aus der Schublade zu ziehen?

Bertheau: Dieses weitgehend authentische Stück ist für die Region kulturgeschichtlich von großer Bedeutung. Die Bergtheimer Gerald Horling und Roland Volk haben es nach einer Romanvorlage von Walter Bloem geschrieben, Norbert Kohl hat die Musiktexte gemacht und die Kompositionen dazu stammen von ihm und von Waltraud und Michael Kullmann sowie Wolfgang Volk. Das Stück beschreibt den Aufstand der Würzburger Bürger gegen den Bischof und Kriegsherren, der seine Untertanen brutal geknechtet und in den Hunger getrieben hatte.

Die entscheidende Schlacht zwischen den Gegnerschaften fand in der Nähe von Bergtheim statt. Es ist ein ungeheuer bühnenwirksames Stück mit über 40 Darstellern, drei Musikern und großer, eindrucksvoller Kulisse. Viele Nachfragen aus der Region und der Wunsch der Schauspieler haben uns bewogen, das Stück wiederzubeleben.

Frage: Sie sprachen von Überarbeitung des Stückes. Was bedeutet das konkret?

Bertheau: Die Autoren haben eine Szene neu geschrieben, die in Bergtheim spielt. Einige Textpassagen wurden sinnvoller eingeordnet, andere leichter verständlich gemacht. Die Inszenierung wird dank der Spielfreude der Akteure insgesamt noch anschaulicher und turbulenter werden als vor zehn Jahren.

Frage: Sie vermitteln in unserem Gespräch große Begeisterung für Ihre Arbeit in Bergtheim. Was ist das Geheimnis?

Bertheau: In Bergtheim gibt es eine bestimmte Aura, die alles umgibt. Das ist wohl ähnlich wie in Oberammergau und Giebelstadt, denn über 40 Leuten aus einem Dorf samt Kind und Kegel spielen mit. Sie arbeiten drei Monate mit viel Engagement und Herzblut, damit es ihnen gelingt, in ihren drei Aufführungen jeweils 400 Besucher zu faszinieren. Die Bergtheimer wollen ihre Gäste in ihr Spiel mit den Figuren aus alten Zeiten eintauchen lassen. Sie wollen Freude, Lachen und Leid darstellen und es mit den Zuschauern teilen.



Karten für das historische Schauspiel „Würzburg 1399“ am 26.12. (Premiere) sowie 28. und 29.12. (jeweils 20 Uhr) gibt es für 13 Euro im Vorverkauf bei der Hubertusapotheke in Bergtheim, bei Optik Strobel in Schweinfurt und beim City-Reisebüro Zoepffel(Bronnbachergasse 37) in Würzburg.